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Logbuch

Julia Heilmann-Schuricht
am
24. Oktober 2016

Gerade war ich dabei ein Logbuch zu schreiben über die sich auflösenden Räume, über die Räume, die sich noch etwas halten und über das, was gerade geschieht-als mich die Nachricht vom Tod einer lieben Freundin, die mir sehr nah war und der ich mich sehr verbunden fühle, erreichte.

Es brauchte einige Tage-für die Trauer, das Abschied Nehmen-das Fassen. Ich bin „geübt“ im Trauern. Umso mehr erstaunt es jedes Mal wieder aufs Neue, wie tief es geht. Wie trotz alldem, was ich weiß, sehe und spüre, doch der „irdische“ Teil, das was hier so verwurzelt ist, Verlust spürt, wider besseres Wissen-und Schmerz. Das endgültige des Todes ist schwer anzunehmen. Und doch erleben wir es das ganze Leben hindurch. So viel stirbt vor unseren Augen und wird mit jedem Tag wieder geboren. Und gerade dieser Tod, dieses wunderbaren Menschen, der so besonders war, nicht nur für mich, Nadine hat viele Menschen im Herzen berührt, schien so vieles mitzunehmen, was durch sie hier ausgedrückt war. Wie eine Erinnerung daran, dass nicht alles „schlecht“ war, was wir hinter uns lassen. Vieles war auch geliebt, vertraut und der Abschied fällt manchmal schwer.

Die alten Feen-und Elfenwelten, das Keltische, das uralte Wissen-auf eine Art geht auch das-es wandelt sich, weil es Zeuge war einer Zeit, die vorbei ist und die in die Nebel fällt. Einen Teil davon hat sie mitgenommen mit ihrem Tod und für mich dauert es ein wenig, bis dieser Raum sich füllen kann mit „Neuem“.  Das ist das schmerzhafte am Wandel und an all den Loslassprozessen. Wir lassen nicht nur das los, was und „im Weg“ war und uns behinderte-wir lassen auch vieles los, was lange Zeit Stütze und Halt war, aber uns nicht weiter begleiten kann. Und manchmal wird es uns scheinbar „entrissen“.

Was übrig bleibt in alldem- Im Sterben, im Loslassen , im Weiter- Gehen-ist die Liebe, die wir füreinander hatten. Sie hört nie auf-und das lässt alles Sterbende, sich Wandelnde gleichzeitig zeitlos und ewig sein.

Anbei ein Abschiedsgedicht für Nadine- gute Reise, Schwester..

Nadine

Was wir lange kommen fühlten

Aber nicht wissen wollten

Ist jetzt mit dieser endgültigen Tinte des Todes

In das schwarze Buch geschrieben

Und plötzlich ist ein Loch in der Welt

Das du gerissen hast wie eine Tür

Wenn ich die Augen schließe und die Ohren weit mache

Hör ich dich durch die Weite des Himmels galoppieren

Hufgetrappel und Flügelschlag

Der Wind scheint Dein Lachen hierher zu tragen

Endlich, endlich frei

Und plötzlich verstehe ich

Warum du nicht mehr warten konntest

Wir wären nie bereit gewesen

Und du schon so lange

Jeder Vogel erinnert an dich

Der Baum, die Blume, der Fluss

Tragen Dein Lied in die Weite

Und ich Deinen Abdruck in meinem Herz

Wir singen Deinen Namen

Bis wir uns wiedersehen

 

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