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Logbuch

Julia Heilmann-Schuricht
am
16 September 2016

Gestern schon schien der Mond so hell durch das Fenster, dass ich zwei Mal hinsehen musste, ob nicht doch schon Vollmond ist. Der Tag gestern hätte auch von der Qualität viel besser zu Vollmond gepasst, als der heutige, aber so ist das im Moment mit den gefühlten Verschiebungen und den Wahrnehmungen. Mal passt der Deckel auf den Topf und am nächsten Tag scheint der Topf gewachsen zu sein oder der Deckel geschrumpft. Intensive vier Wochen liegen hinter uns-und gerade, als ich versuche, mich daran zu erinnern merke ich, dass sie vorbei sind. Mein Gehirn arbeitet nicht mehr wie früher. Manchmal scheint es völlig den Dienst zu versagen..Der Moment wird wie unter einer Lupe betont, alles, was war oder sein wird fühlt sich gleichermaßen an wie Jahre oder Jahrhunderte her, so genau kann ich das nicht mehr sagen. Und heute? Heute ist ein Schwellentag-von einer Erlebniswelle in eine andere. An solchen Tagen kann es sich anfühlen, als würde man in einer Seifenblase sitzen und vor und zurück über das Vergangene und Zukünftige schweben und alles betrachten-jedoch ohne damit in Kontakt zu treten. Hier geht es weniger darum auszusortieren, wie bei einer Entrümpelung, sondern zu gucken, wo sich die Seifenblase „verhakt“-an welchen Punkten hängt sie vielleicht fest und schwebt nicht einfach im Gleitflug darüber?

Hier können Erinnerungen aufwallen, Gefühle hochkochen, die zu etwas gehören, das lange vorüber ist. Heute an diesem Schwellentag lohnt es sich, sich dabei tief im Herz zu verankern und alles einzuatmen, was anbrandet. Und dann vielleicht bewusst Platz nehmen auf der Schwelle des: „Noch nicht ganz vorüber“ und des „Noch nicht ganz da“. Passend, dass das auch auf den Jahreszeitenwechsel zutrifft. Der Ton der nächsten Wochen wird etwas ernster auf der einen Seite, aber auch sehr viel beschwingter auf der anderen. Vieles, was in den letzten Wochen gelockert wurde, löst sich, nicht heute vielleicht, sondern in den kommenden Wochen-vieles, was nicht gelockert wurde, wird herausgerissen-und das macht den Unterschied im Erleben aus.

Heute gibt es einen Ausblick darauf und einen Rückblick-und am Ende des Tages kann man den Finger in den Mund stecken, ihn in die Luft halten, um den Wind zu prüfen und dann -ganz bewusst seine Segel setzen. In diesem Sinne,

Grüße von hier,

Julia

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