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Logbuch

Julia Heilmann-Schuricht
am
22. September 2016

Was für ein wundervoller Tag heute ist! Die Herbst Tag-Und Nachtgleiche in diesem Jahr ist voller Magie, die spürbar in der Luft liegt. An keinem anderen Tag treffen sich all die Gegensätze in uns auf so kraftvolle Art und Weise.

Draußen scheint die Sonne, aber die Luft ist kalt und klar, der Sommer wirklich vorbei, auch wenn an meiner Veranda noch einige Rosen, fast trotzig blühen, einige Sonnenhüte gelb im Beet leuchten und die Wiesen noch saftig grün sind: die Buchen, die rund um das Grundstück stehen, verraten es deutlich: jetzt geht es ganz schnell, das Leben zieht sich zurück in die Erde, um vom Frühling zu träumen, Kraft zu sammeln und still zu werden. Heute ist einer der letzten Erntetage-Traditionell wird nach der Tag-und Nachtgleiche nicht mehr gesammelt. Alles, was danach noch übrig ist an Beeren und Kräutern, gehört den Tieren.

Diese Tag- und Nachtgleiche liegt nach den Finsternissen, und zeigt ein Ergebnis: wie haben wir das Licht und die Dunkelheit in uns verfeinert? Geklärt? Sind wir bereit für den nächsten Schritt? Heute ist ein Tag zum Durchatmen, Luft holen, noch einmal ganz bewusst zurück blicken auf das, was das Jahr an Geschenken mit sich brachte. Ganz besonders die Geschenke, die man nicht als solche empfindet, rücken heute noch einmal in die Wahrnehmung: Die Herausforderungen, alter Kummer, Abschiede-viel ist in diesem Jahr in Bewegung gekommen. Und vieles hat sich verabschieden dürfen, was wirklich nicht mehr gepasst hat.

Für alle, die ihr Haus an diesem Tag rituell reinigen möchten, empfiehlt es sich, etwas Beifuß ins Wischwasser zu geben und beim Putzen ganz bewusst Abschied von den Energien des Jahres zu nehmen. Der Dankbarkeit im Inneren auf der Spur-ist heute ein Tag, an dem die Fragen: "Was gebe ich zurück? Wo gebe ich zu viel und wo zu wenig? Wo verausgabe ich mich? Wo ist Geben und Nehmen im Gleichgewicht?", intuitiv beantwortet werden können. 

Heute noch einmal aufladen mit dem Licht des Tages-es ganz bewusst einatmen -wenn der Abend kommt, kommt die Dunkelheit der Tag-und Nachtgleiche und es ist besonders schön an diesem Tag, ein Feuer zu machen, ob draußen, ob drinnen im Kamin oder auch nur in Form einer Kerze, die das Licht symbolisiert, das man über die Schwelle trägt, an der Licht und Dunkel sich berühren.

Die Dunkelheit heute trägt die Energie der „großen“ Mutter, der Erde, des Bodens aus dem alles wächst-und so ist die Herbst Tag- und Nachtgleiche auch immer ein Tag, an dem die Vorfahren, die Ahnen, die Wurzeln geehrt werden. Sollte in der eigenen Familiengeschichte noch Unfrieden herrschen, kann man auch hier gedanklich oder in einem kleinen Ritual, Frieden und Liebe in die Äste des „Stammbaumes“ fließen lassen-und sich verabschieden von alten Abhängigkeiten.

Sie dem Feuer übergeben, ebenso wie die Danksagungen und Wünsche für die kommende Zeit.

Alles ist Ausdruck des Innersten-und anders, als in alten Zeiten, als der Mensch Opfer brachte, um die „Götter“ gewogen zu stimmen, kann man heute den Kräften, die durch einen selbst ausgedrückt werden und sich überall zeigen, Ausdruck verleihen. Sich selbst als göttliches Kind erleben-die Quersumme des heutigen Tages sowohl im Datum, dem 22. 9., als auch in der Quersumme, die wieder die 22 ist,  drückt genau dies aus. Das spielerische unschuldige Kind, das das Innere im Außen empfängt, ohne Angst, voller Freude und Neugier und Unschuld.

In diesem Sinne,

Grüße von hier, Julia

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