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Frühjar`s Tag- und Nachtgleiche

Julia Heilmann-Schuricht
am
20. März 2017

Frühjahr`s Tag und Nachtgleiche

Jetzt sitze ich hier, total gerädert von einem Wochenende voller Behandlungen, platt, der Kopf dröhnt noch ein wenig und etwas in mir sagt: Schreib noch etwas zur Tag- und Nachtgleiche...

Ich lasse viele dieser besonderen Tage verstreichen, ohne etwas darüber zu schreiben, weil ich einen starken Impuls dafür brauche und es so viel Informationen gibt „da draußen“, dass ich oft genug das Gefühl habe: Dazu muss ich jetzt nicht auch noch etwas sagen. 

Meine Patienten sind für mich so etwas, wie das „Tor zur Welt“ - ein Barometer dafür, wie es vielen Menschen gerade geht. Und manchmal scheint das wie ein inszenierter Chor aus einer Stimme. Zwar mit unterschiedlichen Farben, anderen Hintergrundgeschichten, aber es gibt meistens einen gemeinsamen Ton, der sich durch so ein Behandlungswochenende zieht.

Der Ton oder auch der Hintergrundton der letzten Wochen ging mehr und mehr in eine Richtung: „Ich kann nicht mehr.“ Erschöpfung, Zusammenbruch, Nerven liegen blank.

Und jeder hofft und sehnt sich nach etwas „Erleichterung“. Licht am Ende des Tunnels. Für ein paar ist dann diese eine Stunde, in denen ihnen jemand zuhört -wirklich zuhört und da ist, wie ein Anker- Mein Therapeutikum, der Ort, der mir das gibt, war immer mein Herz. Doch selbst das reicht manchmal nicht mehr ganz, wenn die vierte Nacht in Folge an Schlaf nicht zu denken ist, weil die Energien durch die Luft wirbeln, anbranden - manchmal muss ich noch tiefer, als einfach „nur“ in mein Herz, manchmal lass ich mich ganz tief in die Öffnung fallen, im Mittelpunkt des Herzraumes - die dunkle Öffnung ins riesige Alles der Quelle. Genau das ist im Moment schwerer, als sonst. Weil es so „laut“ ist - der Äther wie ein Breitbandübertragungsspektrum aus Gesprächsfetzen der Menschen, der höheren Dimensionen, Angstmustern, Freude-als würde die Welt gerade nicht zur Ruhe kommen. Und genauso ist das wohl..Es gibt kurze Momente, auch mal ganze Tage-da ist es plötzlich ruhiger-ich nutze diese Tage, um da ganz einzutauchen, Kraft zu schöpfen, mich auszurichten.

Was hat das alles mit der Tag- und Nachtgleiche zu tun? Die Tag- und Nachtgleiche ist auf eine gewisse Weise auch „nur“ ein Tag-und genauso kann sie erlebt werden, als wäre sie ein Tag, wie jeder andere.

Sie ist aber eben auch der Tag , an dem Tag und Nacht exakt gleich lang sind. ( Ja, ich weiß, das steht ja überall-aber ich wiederhole es dennoch). Und wenn wir es schaffen, trotz all der turbulenten und nervenaufreibenden Energien, kurz inne zu halten und unsere Sinne weit auszufahren, dann können wir genau das spüren. Equilibrium.  Gleichgewicht. Tiefe Ruhe. Der Moment, bevor das Leben anfängt, auszubrechen und in alle Himmelsrichtungen seine bunten Farben zu malen.

Trotz aller Erschöpfung ist das heute für mich sehr stark spürbar..Dieser unter allem liegende Lebenspuls, der immer stärker wird. Gerade, als ich dies schreibe, bricht die Sonne durch das Grau des Himmels und alles beginnt, zu leuchten. Die Tag- und Nachtgleiche verbindet uns mit dem Himmel und der Erde in uns. Das wird auch gespiegelt durch unsere Lungenflügel, die energetisch für die „Verstoffwechslung“ von licht und dunkel, männlichen und weiblichen Energien stehen. Und dem Darm, unserer inneren Unterwelt, Sitz unserer inneren Kinder und unserer natürlichen Magie. Beide Organe können also gerade heute etwas kränkeln, sich bemerkbar machen, von Zuwendung profitieren. Es ist DER Tag für Atemübungen an der frischen Luft, wenngleich natürlich solche Übungen an jedem Tag sehr gut tun können. Aber heute, wird die Lunge davon auf eine Art gereinigt, wie an wenigen anderen Tagen. In der Dämmerung ein Feuer zu entzünden und das neue Leben zu begrüßen, die Dunkelheit des Winters zu verabschieden-das neue Jahr, die neue Welt-was auch immer an Neuem im Leben ansteht zu feiern, sind wunderschöne und tiefe Möglichkeiten, diesen Tag in uns zu ehren.-Je öfter man diese Rituale feiert, desto tiefer kann das gehen. Je nach Geschmack, denn nötig ist das natürlich nicht, aber es entstehen dadurch Punkte im eigenen Universum, die sich aufladen und auf die wir zurück greifen können und aus denen wir schöpfen können in Zeiten, in denen wir das brauchen. Wir verbinden uns dadurch tiefer mit uns selbst. Also noch einmal tief Luft holen und dann rollt die Welle an, die mit dem Frühling vieles hinfortschwemmt, was wir nicht mehr brauchen in unseren Leben. Der Frühling kann kommen.

In diesem SInne,

Grüße von hier, Julia

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