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Träume und Visionen

Julia Heilmann-Schuricht
am
29. August 2016

Träume und Visionen

Heute Nacht hatte ich einen Traum. Ich träume nur noch selten bzw erinnere mich selten an meine Träume seit ich mich, wenn ich schlafen gehe, ganz tief in der Quelle versenke. Wenn ich etwas träume oder mich daran erinnere, dann meistens, wenn mich etwas beschäftigt, wenn ich Fragen habe, die sich nicht so einfach beantworten lassen oder auch, wenn ich über etwas „brüte“, wie zB Fragen, die Essenzen betreffend, die Natur, die Seele, … Meine Träume geben mir dann oft Antworten oder Hinweise, einen erweiterten Blick auf etwas, das ich vorher nicht sehen konnte. Manche Träume sind wie Workshops mit einem Lehrer. In manchen Träumen unterrichte ich, manchmal gibt es Traumreihen, wo ich beim Aufwachen weiß, dass die Fortsetzung in der folgenden Nacht kommt. Die Traumwelten sind ganz ähnlich wie die Dimensionen. Sie funktionieren nach ganz ähnlichen Resonanzprinzipien. Es gibt das psychische Traumuniversum-das ist wie im Unterbewusstsein umher reisen oder im kollektiven Unbewussten-hier geht es um persönliche Ängste, Strickmuster, Alltagserlebnisse, die verarbeitet werden, hier bewegen sich die Träume der meisten Menschen, die auch im Alltag nicht sehr oft versuchen, ihre Grenzen zu erweitern. Letzten Endes kommt man in den Träumen, ähnlich wie im Wachzustand, überall dorthin, wo man Zutritt erhält oder auch überall dorthin, wo Bewusstsein existiert, das Resonanzen zu einem ausbildet. Das ist ein wenig wie bei allen Reisen des Bewusstseins und ein ganzes Universum für sich. Beim Einschlafen heute Nacht beschäftigte mich die Frage, wie sich der September/Oktober auswirken würde oder genauer, warum es sich einerseits so bedrohlich, andererseits so wunderbar freudig anfühlt, auch nur in diese Richtung zu spüren. Ich hatte also einen Traum heute Nacht, als Antwort auf diese Frage ..

Der Aufstieg der Drachenmutter

Ich träumte von einer Drachenmutter, die am Boden lag-der Traum war mehr wie ein Märchen-manchmal und so auch heute Nacht, werden meine Träume während ich träume gleichzeitig erklärt, es gab also einen Erzähler, der mir die Bilder, die ich sah erklärte und sie erläuterte. Ich konnte Fragen stellen, die beantwortet wurden. Die Drachenmutter war im Schmerz. Nicht verwundet, sondern im Schmerz um ihre Kinder, die getötet worden waren. Kurz wurde ich in die Drachin hineinversetzt, um das zu spüren-das war eine Mischung aus Wut, wie ich sie selber nicht kenne-riesige Wut im Herz-und Trauer und diese Gefühle entluden sich in einer riesigen Feuersbrunst. Die Drachin wollte nach oben fliegen-stieß aber „am Himmel“ an-mein Erzähler erklärte mir, dass es die Vernichtung war, die das Bewusstsein der Drachin so verdichtet hatte, dass sie gefangen war in der Wahrnehmung der Trennung. Da der Traum sehr lang war, erzähle ich hier nur die Eckpunkte-die Drachin wurde zu Stein, zu einem Berg. Eingeschlossen im Gestein gleichzeitig die Wut, die ein wenig mehr verdichtet wurde, fast schon zu Hass wurde und neben der Wut, der Schatz der Weisheit, das „Drachengold“.

Zeitalter um Zeitalter schlief die Drachin im Stein, bis sie anfing aufzuwachen. Hier wurde der Traum mit Jahreszahlen versehen-Ich sah im Traum viele Drachen aufwachen, immer wieder mal vereinzelt einer und „aufsteigen“. Jeder dieser Aufstiege war wie ein Befreiungsgebrüll-bis sie nur noch weißer Rauch hoch oben am Himmel waren. Auch die Drachin wachte auf. Mein Erzähler erklärte mir, dass dies die Qualität des Septembers betreffe und meine Fragen dazu. 

Ich beobachtete ihren „Aufwachkampf“. Und spürte ihn gleichzeitig, als würde ich ihn selber erleben. Das Feststecken im Stein, die Erinnerung an den Schmerz, die Sehnsucht nach dem „Himmel“. Alles wackelte, alles bewegte sich, die Drachin kämpfte sich frei und stieg auf, spiralig, immer heller werdend, in einem Wirbel aus weißer Luft, bis sie selbst zur Luft wurde und das letzte, was ich erinnere aus diesem Traum ist das Gefühl der Freude, das ich kaum in Worte fassen kann.

Für mich sind Drachen oder auch andere „Fabelwesen“ sowohl Fantasiefiguren, als auch „reale“ Kräfte oder Übersetzungen für Naturkräfte, die ab einer bestimmten Ebene sich für unsere Wahrnehmung wie „Drachen“ darstellen. Im Grunde haben diese Kräfte in meinen Augen keine Gestalt. Aber ebenso wie das menschliche Bewusstsein wurden auch alle anderen „Kräfte“ auf eine Art verdichtet und kehren zu ihrer befreiten Qualität zurück. Die Übersetzung für diesen Traum und seinen Bezug zum Herbst dieses Jahres ist, dass eine Menge Bewusstsein freigesetzt wird, das lange Zeit wie eingesperrt war. Und dieses Frei- Setzen ein ungeheurer Kraftakt ist, der sich bedrohlich und erschütternd anfühlen kann, weil dieses Freisetzen zunächst einmal das zeigt, was es auch war: den Hass, die Wut, die Zerstörung, all das hält Bewusstsein fest in einer so unbewegten Form, dass es zu Starre wird, zu Fels. Diese Starre löst sich und mit ihr all das, was in dieser Erstarrung verborgen war. Ein wenig wie bei einer Explosion, bei der erst einmal Abstand halten ein guter Rat sein kann. Das was aber ebenso frei gesetzt wird, ist die Essenz des Bewusstseins, das , was es in der Tiefe und in Wahrheit ist. Es wandelt sich und wird zu etwas scheinbar ganz anderem. Die Freude die darin steckt, ist unfassbar. 

Also freuen wir uns auf das, was der Herbst bringt-selbst wenn es dabei etwas knallen sollte..

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