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Träume und Visionen

Julia Heilmann-Schuricht
am
25. September 2016

Eigentlich wollte ich gleich den Wetterbericht schreiben-aber nachdem ich heute aufwachte, nach einer Nacht, die ich in dieser Form erst dreimal erlebt habe-schreibe ich erst einmal darüber..

Auf der Suche nach der Antwort auf die große Frage-die man ja so genau gar nicht formulieren kann-das große „Warum“, das mich beschäftigte, seit ich mit 13 in meinen Tagebuch schrieb: Warum gibt es so viel Leid, warum sind Menschen,wie sie sind?-warum, warum..Warum sind wir hier?

Im Grunde war es schon immer diese Frage-und das erste Mal, dass ich ein allumfassende Antwort darauf erhielt, blieb nichts von dieser Antwort in meinem Wachbewusstsein „hängen“. 

Damals war ich 16 und schlief ein mit einer fast verzweifelten Inbrunst und der innigsten Bitte, es zu verstehen..Ich wachte auf, mitten in der Nacht, geweckt von  meinem eigenen  lauten Ausruf: „Danke“! Jetzt verstehe ich!“..rief ich, noch ganz erfüllt von dem Gefühl, ALLES beantwortet bekommen zu haben-und weg war es.-Das Gefühl aber, dieses Erfüllt -Sein von Freude-und dass alles gut ist, das blieb als Erinnerung. 

Das zweite Mal, das ich dies erlebte, war viele Jahre später. Die Ausgangslage ähnlich, ich war wohl „gewachsen“ in meinem Verstehen, weil dieses Mal etwas mehr „hängen“ blieb-so viel wie ein Bild, das ich nicht wiedergeben kann-genug, um das Gefühl zu haben zumindest „etwas“ verstanden zu haben, zu wenig für meinen Verstand, um es sich zu eigen zu machen. Es war so viel wie ein Satz: „Du hast die Quelle nie verlassen“, gekoppelt mit dem Verstehen, was dies bedeutet. So unspektakulär dieser Satz auch klingen mag, so sehr er vielleicht oft gehört wurde, war mit ihm eine Freude und ein Verstehen verbunden, dass die „Reise“ weg vom Ursprung eine große Illusion ist.

Das dritte Mal, dass ich eine „allumfassende“ Antwort erhielt war heute Nacht.

Dieses Mal ging keine Frage voraus, ich hatte keine Inbrunst beim Einschlafen, noch war ich gedanklich damit beschäftigt. Alles, was ich tat, war, auf Bitten meines Mannes, der einige unruhige Nächte hinter sich hatte, ausnahmsweise doch einmal etwas zu „bauen“, damit wir eine erholsame Nacht haben könnten. 

Ich habe großen Widerstand gegen das Errichten von „Schutzräumen“ oder auch jede andere Form von Schutz-weil da ein tiefes Wissen darum ist, dass das eine innere Haltung ist, die Trennung ausdrückt und diese Haltung dann „Schutz“ erst nötig macht.-Hin und wieder allerdings und ganz besonders in der letzten Zeit, bei all dem Chaos, das überall „durch die Luft“ wirbelt, „baue“ ich manchmal Gitterstrukturen, die die Energie transformieren, die auftrifft. So auch heute Nacht-Und in diesem Raum war große Ruhe. Genug Ruhe anscheinend, um einmal wieder in tiefen Kontakt zu kommen mit der „Antwort“ auf die Frage, die ich vor vielen Jahren gestellt habe.

Ich wachte auf-und sofort verlor sich ein Teil der Erfahrung, Information wäre ein falscher Ausdruck dafür-ich erlebte heute Nacht, die Antwort und es blieb viel „hängen“-genug, dass sich mein Verstand darauf stürzen konnte, um es zu zerlegen. Ich konnte regelrecht beobachten, wie dieses große Verstehen, in verschieden Kisten gepackt wurde, damit es irgendwie „hineinpasst“. Das, was der Verstand so gut kann: Einorden, kategorisieren. Er stellte Fragen wie: „Aber wenn das so ist, dann müsste es doch so sein usw". Er versuchte Schlüsse zu ziehen, die sich weg bewegten von dem, was ich da erlebt hatte. Ich erzählte meinem Mann davon und sein Verstand tat genau das gleiche-stellte Fragen, wie es nur der Verstand vermag, bezüglich Raum und Zeit und je mehr Fragen kamen, desto mehr verlor sich die Absolutheit des Erlebens. Durch das Beobachten dieses Prozesses wurde mir aber auch klar, warum sich echtes Verstehen nicht wirklich ausdrücken lässt. Weil unsere Werkzeuge eben nicht absolut sind-unser Gefäß beschränkt ist-alles, was das Gefäß vermag, ist einen Teil zu halten-weniger, um diesen Teil erklären zu können, mehr, um etwas davon auszudrücken. Das Ergebnis dieser Nacht war ein sehr klares Ausgerichtet sein, eine Wiederbestätigung der Großartigkeit des Lebens. Ein Hinwegwischen aller Zweifel. So vieles aus dieser Nacht war wie eine Wiederbestätigung all der vielen Aha- Momente, die ich erlebte in Bezug auf das Herz, die Quelle, unsere Göttlichkeit-aber es ging weit darüber hinaus-vielleicht werde ich in der nächsten Zeit versuchen, etwas davon zu formulieren, vielleicht auch nicht. Es ist nicht wichtig. Weil wir alle Teil dieser Wahrheit sind und sie in uns allen lebt. Die Nacht brachte für mich ein Verstehen von Dingen, die ich zuvor zwar "wusste" , aber nicht wirklich verstand-so zum Beispiel, dass Zeit und Raum sich durch uns hindurch bewegen und nicht anders herum oder auch, dass das Jetzt nicht nur der Treffpunkt von Vergangenheit und Zukunft ist, sondern tatsächlich, die einzig existierende "Realität"-dass wir nur "einmal" geboren werden, obwohl dies keinerlei Sinn macht im Licht unserer "gemachten" Erfahrungen-all dies war eingepackt in das Beobachten der Quelle-,im Beobachten von "allen" Welten, und den parallelen Wirklichkeiten- zur gleichen Zeit und vieles mehr. Ich verstand ganz plötzlich, warum es wirklich wahr ist, dass wir in jedem Moment, entscheiden können, etwas gänzlich anderes zu erleben, als wir dies tun. Ich verstand es in de Tiefe. -Und dies ist auch die Qualität der Welle, die nun gerade beginnt, sich zu zeigen-Es ist wie eine Wiedervereinigung mit der absoluten Größe unseres Daseins-die alle Schubladen und Schachteln fortbläst, wie ein Herbststurm. Nicht, weil sie so gewaltig wäre, sondern eher  mit einem großen Lächeln und unendlicher Ruhe. Wir sind zuhause, jeder von uns.

In diesem Sinne, 

Grüße von hier, Julia

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