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Wetterbericht für März 2017

Julia Heilmann-Schuricht
am
07. März 2017

Der März startet mit unterschiedlichen Impulsen, als wäre er ein Inspektor, der sagt: Schau mal hier in der Ecke liegt noch etwas Staub, er geht mit dem Finger über die Bücherregale und runzelt die Augenbraue: DAS nennst Du sauber?, Du erstarrst, holst Deinen Staubwedel hervor, während er zu lachen beginnt und sagt: Nimm das doch nicht so ernst, ich hab doch nur Spaß gemacht..

Im März ist alles gleichzeitig präsent, was wir als Gegensätze kennen. Freude und trockene Ernsthaftigkeit, Leichtigkeit und Grübelei, Harmonie und das Potential zu gewaltigen Auseinandersetzungen, der Drang nach vorne und das Gefühl, noch lange nicht bereit zu sein.

Es lohnt sich in den ersten beiden Märzwochen ganz genau hinzusehen. Auf die Details kommt es an. Es sind nicht mehr die großen Brocken, die ganz großen Gefühle, die gewaltige Angst, eher die leisen Töne, die man leichter überhören kann, die aber wirken können wie Sand im Getriebe. Überhört man sie, werden sie lauter, bis sie zum Knall werden können. Bei all dem knospenden Leben, das uns im März erwartet und das uns freudig begrüßt, klingen die Überreste der winterlichen Innenschau nach. Wenn sie sich zeigen, heißt es einfach kurz inne halten, tief atmen, ins Herz nehmen, transformieren und sich ausrichten auf das tiefste Innere. Die Schwere verfliegt, wie sie gekommen ist und weicht einem Schaffensdrang, der stärker sein kann, als in all den Jahren zuvor. Der März ist voller Versprechen auf ein sehr bewegtes Jahr und damit einem nicht gleich zu Beginn die Puste ausgeht, sollte man spätestens jetzt lernen, mit seinen Kräften zu haushalten. Die gute alte Mittagsruhe, die Nachmittagspause-inne halten, versenken, verbinden-und sich ausrichten auf das Bestmögliche für alle Lebewesen und sich nicht täuschen lassen von dem Trubel, der immer wieder ausbrechen kann. Wer jetzt zentriert bleibt und sich vertrauensvoll an das Leben wendet, legt ein solides Fundament für das restliche Jahr, das noch einige Überraschungen bereit hält.  Kollektiv haben wir gerade jetzt eine große Klippe umschifft und ein Teil unserer zeitlichen Erinnerung weiß das. Die Erleichterung, die einige jetzt spüren, ist die Erleichterung über das, was NICHT geschehen ist, was aber eine hohe Wahrscheinlichkeit hatte. Der Kollaps der Finanzsysteme, der Ende Februar, Anfang März lag, kommt nicht. Und mit dem Verstreichen dieser Möglichkeit, verschwinden auch Impulse der Vorsorge. Wer noch im Dezember das Gefühl hatte, dass es ratsam sei, ein paar Reserven anzulegen, etwas Lebensmittel in den Keller zu schaffen, nur für den Fall dass…wird bemerken, dass diese Impulse nun völlig in den Hintergrund treten: Warum? Weil wir uns kollektiv für einen anderen Weg entschieden haben. 

Es ist wichtig, die Impulse der inneren Führung nicht in Frage zu stellen oder zu denken, dass man sich getäuscht hat. In diesen Umbruchszeiten kann um zwei vor Zwölf noch einmal alles so durcheinander gemischt werden, dass etwas völlig anderes geschieht, als das Erwartete. Das ist das Großartige an dieser Zeit. Die vergangenen Erfahrungen basierten darauf, dass sich die Geschichte wiederholt und wiederholt. Wir sind genau auf diese Wiederholungen ausgerichtet und erwarten insgeheim immer das Schlimmste. Und blickt man auf die Bühne der Weltpolitik sieht es mehr als düster aus…oder? Alles, was sich gerade zeigt, so bedrohlich es erst einmal erscheinen mag, kann nicht anders, als der Veränderung zu dienen, die dringend nötig ist. Das heißt nicht, dass man sich zurücklehnen sollte und gutheißen, was an Unrecht geschieht. Ganz im Gegenteil. Genau jetzt ist jeder gefragt, Farbe zu bekennen. Das Leben fordert das heraus. Farbe bekennen bedeutet nicht, zu allem eine feste Meinung zu haben und diese lautstark zu äußern. Meinungen sind wie Kleider-sie verfärben in der Wäsche, sie sind Einflüssen ausgesetzt, die wir nicht einmal im Ansatz ermessen können. Meinungen haben sehr wenig mit unserem Kern als göttliche Wesen zu tun. Farbe bekennen bedeutet, aktiv als Mensch zu werden. Nein zu sagen zu Unrecht, das man beobachtet und Mitmenschen und Mitgeschöpfen die Hand zu reichen. Tätiges Mitgefühl und Anteilnahme und das Erkennen von Vorurteil, das auf der alten Angst basiert. Der März ist der Beginn von vielen Ideen, die sich in den kommenden Monaten zu tatsächlichen Projekten ausweiten. Das kann ein Gemeinschaftsgarten in der eigenen Ortschaft sein oder auch ein Lieferservice für Mitbürger, die nicht mehr laufen können oder auch nur gemeinsames Meditieren. Alle Ideen, die jetzt keimen oder zumindest die meisten, haben etwas zu tun mit Miteinander /Füreinander und viele Menschen, die sich isoliert fühlten über lange Zeit werden nun beginnen, neue Kontakte zu knüpfen mit Menschen, die in Resonanz gehen mit ihren Ideen. Ich spreche nicht von Gruppen oder Gemeinschaften, sondern eher von Interessengemeinschaften, ohne ideologische Verbindung. 

Entscheidungen, die lange in der Schublade lagen, rufen nun nach einem Ja oder Nein. Im März finden viele Menschen plötzlich die innere Stärke, etwas anzugehen, vor dem sie sich lange Zeit gedrückt haben. Plötzliche Klarheit in schwierigen Situationen, das ist eines der Geschenke dieses Monats. Er läutet die aktive Zeit ein, die dieses Jahr 2017 stark bestimmt: Von hier nach dort, von alt nach neu, von krank zu gesund-Es ist ein Jahr der Bewegung und der März ist sein Weckruf.

In diesem Sinne, 

Grüße von hier,

Julia  

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