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Wetterbericht für die erste Augusthälfte 2016

Julia Heilmann-Schuricht
am
30. Juli 2016

Wir erleben gerade die Wiederholung der Wiederholung der Wiederholung. Und so kann es sein, dass man manchmal morgens aufwacht und denkt: War ich hier nicht bereits? Kenne ich das nicht schon? Während die Geschehnisse auf der Welt immer bizarrer zu werden scheinen-wird die Verwirrung immer größer: Was ist hier eigentlich los?

Diejenigen, die an ein Paradies auf Erden glauben, das auf wundersame Weise herabkommt und alles, was je war an Dunkelheit hinfortspült, werden immer verzweifelter im Festhalten an kleinsten Strohhalmen. Diejenigen, die die Strohhalme bereits verloren haben, wenden sich enttäuscht  ab und verwerfen das, was sie früher glaubten-alles Unsinn: Die Welt ist einfach schrecklich.

Wieder andere flüchten sich in Fantasiewelten und erklären sie für die Realität, wieder andere halten sich die Augen zu, wie kleine Kinder, die denken, was sie nicht sehen können, existiere auch nicht.

Was bedeutet denn, eine andere Welt hervorbringen, als die die war? Was bedeutet das in der Tiefe?

Was wiederholt sich gerade?

Das Auflösen der Bewusstseinsgitter der dualen Interpretation von Wirklichkeit führt dazu, dass alles, was innerhalb dieser Interpretation existiert hat, sich auflöst. Und dies geschieht auf jede nur erdenkliche Art und Weise. In einem Selbst durch Verankerung im Zentrum und das Einatmen der Gegensätze, durch gegenseitige scheinbare Vernichtung der Gegensätze- Es ist der Widerstand gegen diese Auflösung, der all das Chaos hervorbringt.

Die Antwort auf das Chaos ist das Zu- Sich- Nehmen dessen, was an diesem Chaos beteiligt ist. Die eigenen Wertungen, die sich immer und immer wieder einschalten, wenn man das, was scheinbar geschieht beurteilt, einordnet- dieses Einordnen führt zum erneuten holographischen Schöpfen von genau jener Wertung.

Das Ohnmachtsprogramm, das den Menschen dazu bringt, in Täter und Opfer zu unterteilen, in Gut und Böse ist das Gleiche, das ihn dazu bringt, eine große Macht, die stärker ist als er, um Hilfe anzurufen, die ihn dazu bringt, sich nach einem überdimensionalen Papa, einer überdimensionalen Mama zu sehnen, die alles wieder gut machen. Aber genau dieses Programm ist es, das aufgelöst werden muss in der Tiefe des Herzens, damit eben jene Urkräfte, die in allem wirken, was existiert, durch einen hindurch geboren werden können. Diese Dreiheit, die in jedem Menschen existiert, die Dreiheit aus Mutter-Vater- Kind  ist das Dreieck der Erfahrung, die sich wiederholt. So lange, bis es sich aufgelöst hat und nur mehr die Qualitäten im Innersten wahrgenommen werden. 

Was bedeutet das? Es bedeutet, dass es keinen Unterschied macht WIE diese Rollen besetzt sind. Bei den einen sind sie negativ besetzt- da sind die großen Mächte von außerhalb dann Wesen, die einem schaden wollen. Bei anderen sind sie positiv besetzt, da sind es dann Kräfte, die retten wollen und den Menschen unterstützen. Bei wieder anderen existieren beide parallel und sind somit natürlich im Kampf miteinander- im Kampf um den Menschen. Hier gibt es dann wieder Lager und Seiten, die sich bilden-die einen, die den lichten Kampf führen und die anderen, die den Kampf der Dunkelheit führen-manche noch nicht einmal im Bewusstsein dessen, manche aus tiefster unbewussten Prägung heraus.

Wenn man sich einen Film ansieht und vergisst, dass es ein Film ist und versucht dann, anhand der Schauspieler in dem Film herauszufinden, wie die Welt außerhalb der Leinwand ist, tut man nichts anderes, als sein Nervensystem zu überlasten, weil es die Antwort nicht finden kann. Die Antwort wäre, den Film auszumachen und raus zu gehen, um nachzugucken, wie die Welt „da draußen“ ist. Die ersten beiden Augustwochen geben hierfür Raum. Die Leinwand bekommt Risse und so etwas wie Wirklichkeit blitzt hier und da hindurch. Und in diesen Pausen-in den Filmpausen-kann immer wieder so etwas Ähnliches wie das große Einatmen stattfinden. Blitze der Erkenntnis über das Wesen des Seins. Blitze der Erkenntnis, was es bedeutet, die eigene Dunkelheit zu sich zu nehmen und das eigene Licht- Blitze der Erkenntnis, wie sich das in der Wahrnehmung der äußeren Welt spiegelt. Blitze der Erkenntnis, wie unmittelbar Schöpfung funktioniert und wie stark schon ein einzelner Gedanke in klarer Absicht es vermag, Licht so zu brechen, dass es in einer bestimmten Farbe reflektiert wird. Mit der Physik zu spielen, Ideen für ein leichteres Leben-freie Energie: all diese Themen werden im August noch mehr Auftrieb erhalten, wenn die inneren göttlichen Kinder in ihrer Spielfreude geweckt werden. Die schlummernde Kreativität wird bei manchen gerade durch all das, was gerade so erschreckend ist, geweckt. Not macht erfinderisch. Es ist nicht die Angst, die in diesen ersten beiden Wochen motiviert, neue Lösungen zu finden, sondern das tiefe Wissen, dass es „anders“ geht. Dieses Wissen wird viele Menschen zu Lösungen ihrer Probleme führen oder zumindest zu ersten Schritten in die Richtung einer Lösung.

Anders ausgedrückt-die ersten beiden Augustwochen geben Raum für die Suche nach dem Guten und dem Bösewicht im Inneren:  finde das Reptil, den Archonten, den Konzernchef, den Diktator  oder auch die böse Mutter, den gestrengen Vater und all die Götzenbilder im Inneren und bring sie nach Hause. Nimm sie in Liebe an und plötzlich wie durch ein Wunder hören die Projektionen der Angst auf. Und das einzige, was übrig bleibt ist die Frage: Wo werde ich gebraucht? Wie kann ich dazu beitragen, dass die Welt in einen harmonischen Ausdruck kommt? Die Antworten werden erschreckend einfach sein. Zum Lachen einfach. 

In diesem Sinne: Auf das Lachen!

Grüße von hier, Julia

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