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Wetterbericht

Julia Heilmann-Schuricht
am
14.Juli 2016

Wetterbericht für die zweite Julihälfte 2016

Nach dem Abebben der Welle kann so etwas einsetzen wie Ernüchterung. Zumindest aber Bestandsaufnahme: Wo stehe ich? Wo hänge ich? Was konnte sich in meinem Leben verankern und was ist einfach durchgerauscht?

Manche kamen in tiefe Berührung mit der Harmonie der erweiterten Wahrnehmung. Erlebten in der Tiefe, dass es tatsächlich in ihnen liegt, was sie erleben, wie sie die Welt sehen und dass das darüber entscheidet, wo sie sind. Einige beginnen zu verstehen, wie Bewusstsein funktioniert. Und dass darin weder Schuld, noch Strafe, noch Belohnung liegt, sondern es einfach nur Physik ist. „Neutrale“ Physik, die nicht verhandelt. 

Ein einfaches Bild hierfür wäre: Es regnet und Du stehst im Regen. Betrachtest Du den Regen als etwas, das Dir geschieht oder als etwas, das gerade da ist? Der Regen an sich hat keine Bedeutung, außer du gibst ihm eine. Nun kannst Du ihn noch als angenehm oder unangenehm empfinden, Dich dagegen wehren, dass es regnet, es akzeptieren, stehen bleiben und tropfnass werden, Dich unterstellen. Wenn dieser Regen nach einem Tag voller schwüler Hitze kommt, wirst Du viellicht sogar dankbar dafür sein und ihm freudig dein Gesicht entgegen strecken. Kommt er nach einer Reihe von Regentagen, wünscht du Dir vielleicht einen einzigen sonnigen Tag. Der Regen ist der Regen, egal, wie Du ihn bewertest. Den Dingen einen Sinn zu geben, also den Regen zB als Belohnung oder Strafe zu empfinden, sie zu interpretieren, damit sie in eine bestimmte Sicht passen, ist lange Zeit etwas gewesen, was die meisten Menschen ganz unbewusst taten, automatisiert. 

Gottesvorstellungen auflösen-das Spielfeld verlassen

„Der Herr gibt und der Herr nimmt“-ist ein Programm, das auf die ein oder andere Weise tief eingeprägt ist in die Erinnerung des Zellgedächtnisses.

Als Reaktion auf diese Programmierung, setzte so etwas wie eine Gegenbewegung bei vielen ein. der Wunsch „das loszuwerden“- den „Herren“ oder auch die „Herren“ loszuwerden, die scheinbar ohne wirkliche Gerechtigkeit dem einen Gold in den Schoß legen und den anderen unermessliche Mühsal. Viele behalfen sich mit Erklärungsmodellen wie Karma, Ursache und Wirkung und der Idee, dass wenn man sich bemühe, alles richtig zu machen, man doch irgendwann das Ersehnte erhalten werde. Daraus ergaben sich Regeln. Regeln für verschiedene Spiele-da gibt es das Spiel der Erleuchtung. Wenn  du das spielst, musst du gewisse Dinge tun und andere lassen und nach Jahren, Jahrzehnten und vielen Leben der Anstrengung, erreichst du das ersehnte Ziel: du darfst hier weg und musst nicht mehr wieder kommen. Wirklich?

Dann gibt es ein anderes Spiel, das heißt „erfolgreich sein, reich werden, dazu gehören, zu jenen, die scheinbar das Spiel bestimmen.

Wieder ein anderes Spiel heißt Widerstand, Auflehnung, Revolution- denen, die scheinbar das Spiel und die Spielregeln erfunden haben, die Stirn bieten, nicht mehr mit machen, aussteigen. Und einige Menschen spielen all diese Spiele zur gleichen Zeit, ohne zu bemerken, dass selbst in einem Spiel, dessen Regeln sie scheinbar akzeptieren, sie nicht alle Rollen gleichzeitig besetzen können, ohne zum absoluten Verlierer des Spiels zu werden. Einige sehr wenige erkennen, dass sie, so lange sie auch nur ein Rolle in dem Spiel besetzen, sie dieses Spiel am Leben erhalten und suchen eine Tür. Und manche finden sie. Und manche haben sie gefunden. Und manche gehen rein und raus, weil die Gedanken an das Spiel sie nicht loslassen.

All diesen Spielen ist eines gemeinsam:  Angst-und Hoffnung. Hoffnung auf Erlösung von diesem Spiel. Doch wer könnte einen erlösen? Ah, ja. Da war  ja dieses Programm: „Der Herr gibt`s und der Herr…“Nennen wir ihn doch Engel oder Freunde im All oder aufgestiegener Meister. Mama und Papa.

So lange man die Tür nicht findet, folgt man dem eingeprägten Programm, ob man will oder nicht. Erklärt es sich vielleicht weg, belügt sich selbst. Und lebt innerhalb der Physik des Spiels, das man doch so dringend nicht mehr spielen möchte. Wobei die Tür finden, ein weiteres Konzept des Spiels sein kann. Der eine findet sie, hat „Erfolg“, der andere ist noch nicht so weit-er muss eben erst noch lernen, wie bestimmte Dinge gehen, es sich verdienen-Schwupp-wieder das Spiel. Gewinner und Verlierer.

Was brachte die Welle?

Was die Welle brachte war für einige die Erkenntnis, auf wie vielen Ebenen sie in dieses Spiel verstrickt sind und eine echte Befreiung davon. Diese Befreiung kam nicht von oben, auch nicht von unten, von links oder rechts, sondern aus dem tiefsten Inneren. Die Welle lockerte die Regeln des Spiels, machte die Wände brüchig und einige Menschen erlebten, wie Interaktion, wie Kommunikation, wie Schöpfung wirklich funktioniert- Und dass das Gefängnis jederzeit verlassen werden kann. Dass jede weitere Beschäftigung mit den Bedingungen des Spiels, einen zu 100 Prozent auf das Spielfeld setzt.

Nach der Welle ist vor der Welle. Das heißt, nach jede Welle, gibt es eine rückläufige Bewegung, eine Reaktion dessen, was von der Welle berührt wurde. Das mag manchmal wie ein Rückschritt erscheinen, ist es aber nicht. Es ist Reaktion von Bewusstsein auf das „ In Bewegung gesetzt werden“.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die man haben kann ist: Du kannst etwas nicht auf der Ebene lösen, auf der es besteht. Du kannst das Spiel nicht verändern. Nicht mit Gewalt, nicht mit Ausharren, nicht mit Gebeten, nicht mit Wünschen oder Wollen. Alles, was Du tun kannst, ist das Spielfeld verlassen und das Spiel ist vorbei.

Genau dies, haben einige von Euch getan. Einige vor einigen Jahren, einige vor ein paar Monaten, einige genau jetzt im Zuge der Welle. Um sich nun wieder dort zu finden, wo sie vor der Welle waren. Im Spiel. In den alten Gefühlen und Gedanken. Wozu das alles?

Hört auf, den Sinn finden zu wollen. Liegt in einem klingelnden Wecker ein Sinn? Wohl nicht, aber er hat einen Zweck. Er weckt euch auf, damit ihr nicht verschlaft. Ihr selbst habt ihn gestellt, am Abend, bevor ihr zu Bett gegangen seid.

So sind diese Wellen. Sie kommen nicht von liebenden andere Wesen oder Göttern, die genug davon haben, was hier los ist und jetzt mal laut ins Horn blasen. Die Wellen sind Physik- anders gesagt: diese liebenden anderen Wesen, seid ihr selbst-ihr seid überall. Bewusstsein ist nicht wirklich getrennt voneinander.  Mehr Menschen, als zuvor verstehen nun, dass das kein Konzept ist, sondern Bewusstsein, ausgesandt von Euch, eurer zutiefst innewohnenden Göttlichkeit, die einen Wecker gestellt hat-und manche Zellen in Euch haben einen tiefen Schlaf.

Jede Welle weckt ein wenig mehr, bringt Bewusstsein in Bewegung, das erstarrt war. Und jetzt und die nächsten zwei Wochen ist die Gelegenheit zu sondieren, zu sortieren: Wo folge ich noch meiner alten Sichtwiese von gut/ böse, von Täter und Opfer? Belohnung und Strafe?Wie sehr lasse ich mich beeindrucken, von dem, was da auf der Bühne stattfindet? Ja, es sind immer wieder die selben Themen. Immer und immer wieder-bis auch die letzte Schicht, bis auch das letzte bißchen Staub abgeklopft ist. 

Der  Ausweg aus dem Drama

Wo ist die Tür? Ihr wisst es. Im Herz. Euer Herz dehnt sich aus und sprengt das Spielfeld in tausend Stücke. Nicht, weil das Spiel zerstört werden muss, sondern weil das Spiel eine Illusion ist. Und Euer Herz, die Quelle allen Seins, vermag euch in Kontakt zu bringen mit der Wirklichkeit. So langsam beginnen auch jene das zu realisieren, die das Herz nur für eine Variante hielten, nur für ein Chakra, eines von vielen. Das Herz ist kein Chakra und es gibt keinen Weg darum herum. Werde Dein Herz oder schlaf weiter.Das Herz ist kein Süßholzgeraspel, keine rosa Watte, kein lächelnder Buddha. Es ist nicht mehr oder weniger als der Anfang und das Ende, die zentrale Sonne-ein schwarzes und weißes Loch. die Quelle. Das, was jeder in der Tiefe ist. Das „Raumschiff, das Dich hier raus holt“. Und die Reise geht weiter..

Mit Schirm oder ohne,

es bleibt spannend, also entspannt Euch in euch selbst,

Grüße von hier, Julia

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