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Wetterbericht für die zweite Augusthälfte 2016

Julia Heilmann-Schuricht
am
13. August 2016

Die zweite Augusthälfte hat es in sich. Jahreszeitengemäß ist der August der Monat, an dem die meisten Menschen Urlaub haben. Dem Alltag entfliehen können, endlich einmal ausspannen. Die zweite Augusthälfte verspricht wenig Erholung, vielmehr bietet sie erneut die Möglichkeit zu einem tiefen Abstieg in den eigenen Keller.

War die erste Monatshälfte geprägt von Verschmelzungsprozessen und Öffnungen, die sich an manchen Tagen anfühlen konnten, als würde der Himmel selbst auf einen herabsinken, zeigt sich nun die „andere“ Seite. All das, was diesem eigenen Himmel auf Erden skeptisch, bis feindlich gegenüber steht. Das sind natürliche Wechselwirkungen zwischen Anspannung und Entspannung.

In der zweiten Augusthälfte beginnt das, was sich im September noch stärker zeigen wird. Wie sich diese Qualitäten ausdrücken im Leben jedes Einzelnen hängt davon ab, wie viel Widerstand im Inneren gegen den eigenen Lebensfluss vorhanden ist und wie tief die Verankerung im eigenen Sein bereits ist. Es kann sich gänzlich unspektakulär äußern, fast wie ein Schulter- Zucken, ein Einatmen und dann weiter gehen oder aber tiefste Verzweiflung und Ratlosigkeit auslösen. 

Den Platz im Leben finden-das ist fast ein Jahresthema und alles scheint durch die Luft zu wirbeln. Es kann so erscheinen, als würde alles, was bislang Halt gab auseinander brechen. 

Wer es schafft, auch dies als Geschenk zu sehen, was in der Intensität einfach ein verstärktes Wachstum ermöglicht, der wird die zweite Monatshälfte als sehr befreiend erleben. 

Es tauchen unterschiedliche Themen in unterschiedlicher Tiefe auf, weswegen ich einige von Ihnen anführen möchte:

Wachstumsschmerzen

Für manche Menschen brachten die letzten Monate und besonders die erste Augusthälfte eine starke Öffnung zu ihren innersten Kräften. Das ist vergleichbar mit einem Samen, der in die Erde gelegt wurde und nun beginnt, zu wachsen. Dieses Wachsen in der Dunkelheit der Erde, gegen den Widerstand der Samenkapsel und dem Erdreich, das Ausbilden von Wurzeln und das gleichzeitige Streben nach „oben“, der Sonne entgegen, erfordert vom Menschen zwei Dinge: Sehr viel Energie und tiefstes Vertrauen. Da wir wissen, was aus dem Samen wird, wissen wir, dass er die nötige Kraft für diesen Durchbruch in sich trägt. Und so ist es auch mit dem Menschen, dessen wahres Potential nun beginnt nach oben zu drängen. Sollte sich Dein Leben an einigen Tagen also genauso anfühlen, wie in diesem Bild, sammel dich in Deinem Herz, in dem tiefen Wissen, dass selbst wenn Du um dich herum nur Druck und „Finsternis“ wahrnehmen kannst, es diese innere Kraft und Ausrichtung ist, die Dich dort hindurch führt. Sei dir gewiss: auf der anderen Seite wartet frische Luft und wärmendes Licht.

Traurigkeit

Die Traurigkeit, die jetzt immer wieder einmal in Menschen auftaucht, die tatsächlich dem Weg ihrer Seele folgen, hin zu immer größerer Freiheit, wird ausgelöst von all den Loslassprozessen, die bewusst und unbewusst stattfinden. All das, was „lebendig“ gehalten wurde, die vielen Programme und Glaubenssätze, bestimmte Sichtweisen oder auch Gläubigkeit, all das, was wir verabschiedet haben, kann sich manchmal anfühlen wie ein großer Verlust. Traurigkeit ist ein Teil dieser Vorgänge und ist weniger ein Festhalten- Wollen oder gar ein „Zurück- Haben- Wollen“ von Haltungen , Menschen, Lebensumständen, die nicht mehr zum innersten Ausdruck passen-vielmehr ist diese Traurigkeit ein Ausdruck von Dankbarkeit und Wertschätzung für all die gemachten Erfahrungen. Ein Wissen um die Endlichkeit von bestimmten Erfahrungen im Gegensatz zur Unendlichkeit des Lebens. Traurigkeit taucht auch auf nach Seelenverschmelzungen, wenn tatsächlich ein Teil der Seele oder die Seelenenergie eingetaucht ist und sich zutiefst mit dem Körper verbunden hat.

Das ist vergleichbar mit dem Gefühl, einen wunderschönen Schmetterling eingefangen zu haben und nun zu merken, dass er nicht mehr fliegen kann. Die Traurigkeit entsteht zum einen dadurch, dass bestimmte Vorstellungen, die man hatte, wie sich etwas anfühlen müsste, nicht dem entsprechen, wie es sich tatsächlich anfühlt- zum anderen ist es ein Teil der Stirb- und Werde Prozesse, die mit diesen tiefen Seelenzellverbindungen einhergehen. Es hilft, ganz Einzutauchen in diese Traurigkeit und einmal mehr loszulassen, von allen Konstrukten, die man bezüglich der Seele, dem Leben oder der Schöpfung in sich trägt. Wer dies schafft, erfährt eine starke Erweiterung seiner Wahrnehmungsfähigkeit und eine tiefer gefühlte Verbindung zur umgebenden Natur und sich selbst.

Auch das Elend in der Welt, der Schmerz der vielen Menschen kann wieder stärker in die Wahrnehmung rücken und Traurigkeit auslösen. Je tiefer die eigene Verbindung zur innersten Göttlichkeit wird, desto mehr wächst das Mitgefühl für alles Leben. Das kann manchmal sehr herausfordernd sein und auch hier hilft: Sammel Dich in deinem Herz und lass es fließen-was auch immer daraus hervor strömen möchte.  Manchmal weinen wir die Tränen der Welt-und so seltsam das erscheinen mag-auch das sind heilsame Tränen.

Mut und Freude

Sie ist nicht einfach nur düster, diese zweite Augusthälfte- wer in den Keller steigt wird fündig und bringt das, was er dort fand zurück mit nach oben und hält es in das Licht der Sonne..funkelnde Perlen, bunte Glasflaschen, neue Ideen oder echte Schätze.

Das Überwinden der alten Ängste, das Aussortieren der behindernden Glaubenssätze-all das, was im Dunkeln lag und angesehen wurde-all das macht Platz für Neues. Dieser neue Raum, der in vielen Menschen entstehen kann durch die Annahme all dessen, was einem begegnet -ist frei von allem Belastenden und löst immer wieder Schübe von Kreativität und Freude aus. Was gerade befreit wird ist das wilde ungezähmte göttliche Kind und immer wieder wird es sich zeigen und mit schöpferischen Ideen beflügeln. Die Tage, an denen diese Kraft sich im eigenen Leben zeigt, sind ungeheuer  befreiend und befruchtend, spielerisch und leicht und können verwirrend sein, war der Tag zuvor geprägt von tiefster Traurigkeit oder gar Hoffnungslosigkeit. Sie sind wie Ausblicke auf: „Guck mal-hierum geht es“ und geben Mut zum nächsten Schritt, wie auch immer er bei jedem Einzelnen aussehen mag. Klein oder groß. Ein neues Leben oder „nur“ eine neue Haltung zu gewissen Dingen.  

Der Rest dieses Monats kann also anstrengend sein, aber sehr belohnend. Letzten Endes wird sehr viel Kraft frei, die stärkt für die Welle, die im September beginnt, sehr viel Veränderung zu bringen. Wo ihr also auch immer seid- ob im Keller, in der Erde, bei einem Ausflug in der Luft oder einfach nur in euch- habt Vertrauen, denn natürlich ist alles gut.

In diesem Sinne,

Grüße von hier, Julia 

 

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